AG Ausgangsschrift

Das flüssige Schreiben ist die Basis für den Schulerfolg. Auch darüber hinaus: Sowohl im Studium als auch im Beruf ist das Schreiben ein maßgeblicher Bestandteil einer erfolgreichen Karriere. Mit Bedenken beobachte ich deswegen, dass dies meinen neuen Schülern Jahr um Jahr schwieriger zu fallen scheint.

Woran könnte dies liegen?

Als Berufsschullehrerin sind meine Möglichkeiten, Ursachen zu finden und ihnen entgegenzuwirken, beschränkt: meine Schüler haben ihre Schreibausbildung bereits genossen. Sie kommen als Fremde zu mir, in der Grundschule geführt von mir noch fremderen Lehrern. Eine Austauschplattform existiert nicht. Und das Kurrikulum sieht eine weiterführende Schulung der Handschrift nicht mehr vor – die hat jetzt einfach zu funktionieren.

Doch was, wenn sie das nicht mehr tut?

Auch das Schreibmotorik Institut hegt wachsende Bedenken. In einer laufenden Lehrerumfrage, genannt „STEP 2022: Studie über die Entwicklung, Probleme und Interventionen zum Thema Handschreiben“, versucht das Institut den gegenwärtigen Stand und Ursachen möglicher Probleme des handschriftlichen Schreibens von Schülern zu erforschen. Ihr Hauptaugenmerk liegt dabei auf den pandemiebedingten Lehrsituationen sowie der fortschreitenden Digitalisierung des Unterrichts.

Zweifelsohne hat die Pandemie alle Beteiligten mit ungewohnte Lehrmethoden überrumpelt, und neue Probleme finden darin gewiss ihren Ursprung. Hier sollte jedoch getrennt werden: Andere Probleme im Zusammenhang mit handschriftlichem Schreiben scheinen mir deutlich älter zu sein. Die Pandemie mag bei diesen zwar als Katalysator fungieren, darf allerdings nicht als Ursache missverstanden werden.

Als freiberufliche Graphologin spreche ich Schriftarten selbst eine hohe Bedeutung zu. Sie haben sehr unterschiedliche Charakteristika, können manchen leicht fallen und andere regelrecht quälen. In der Grundschule lernen Kinder eine Ausgangsschrift. Sie soll eine Grundlage bilden, aus derer sich eine individuelle Handschrift entwickelt. Eine Ausgangsschrift muss es also schaffen, allen Kindern gleichermaßen ‚leicht‘ zu fallen, und sie dennoch zu fordern. Mir fällt auf: In Deutschland sind gleich mehrere Ausgangsschriften im Umlauf. Wie diese sich weiterführend auf das Schriftbild der Schüler auswirken findet allerdings wenig Beachtung – so auch nicht in STEP2022. Meinen Beobachtungen nach sind diese unterschiedlichen Ausgangsschriften keineswegs gleichermaßen ‚gut‘. Manchen meiner Schüler hatte das Erlernen ihrer Schrift eine solche Qual bereitet, dass es ihre Lust am Handschreiben regelrecht verdorben hat. Viele andere Schüler verlassen beim Schulwechsel ihre Ausgangsschrift ruckartig – bauen also nicht auf dieser weiter auf – und gehen zu einer Druckschrift über.

Mit dieser Arbeitsgruppe möchte ich ergänzend zu den Untersuchungen des Schreibmotorik Instituts Erfahrungen und Beobachtungen zu anderen Teilaspekten des Erwerbs einer Handschrift und ihrer Fortentwicklung sammeln und vergleichen.

Ich lade alle Lehrer, insbesondere Grundschullehrer dazu ein, mich bei der Sammlung und Auswertung von Erfahrungen zu unterstützen.
Was haben Sie beobachtet? Welche anderen Aspekte kommen Ihnen zu kurz?
Gemeinsam können wir uns eine Übersicht verschaffen zu erfolgversprechenden Methoden und ausbesserungsbedürftigen Praktiken.

Katarina Rehm

Gruppenleiter

Katarina Rehm Graphologin

Hasenbergsteige 1
D-70178 Stuttgart

Tel: 0711-617738
mail@entscheidungshilfe-graphologie.de

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