Sprachfreunde fordern Ende der Sprachendiskriminierung in der EU

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In einer Bittschrift fordern 26 nationale und europäische Organisationen den EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker auf, endlich wieder für ein sprachneutrales Außenbild der Kommission zu sorgen. Insbesondere müsse die Beschriftung des Pressesaals, die seit geraumer Zeit nur noch auf Englisch und Französisch erfolgt, wieder – wie in früheren Jahren – alle Amtssprachen der EU gleichermaßen zur Geltung bringen.

Die Bittschrift, in der der Verein Deutsche Sprache e. V. als einer von vier Hauptunterzeichnern auftritt, erinnert daran, dass die gegenwärtig von der Kommission betriebene Sprachendiskriminierung eindeutig gegen Geist und Buchstaben der europäischen Verträge verstößt. Dies werde wegen der zahlreichen Fernsehübertragungen aus dem Pressesaal der Kommission auch von der europäischen Öffentlichkeit zunehmend wahrgenommen. Befremdlich erscheine zudem die Tatsache, dass die englische Sprache trotz des bevorstehenden Brexit weiterhin als bevorzugtes Identitätsmerkmal der EU hervorgehoben wird, während andere Sprachen mit viel größerer Sprecherzahl unsichtbar bleiben.

Die von Organisationen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Dänemark, den Niederlanden und Schweden sowie von zwei europäischen Sprachvereinen unterzeichnete Bittschrift wurde in deutscher, französischer, italienischer und dänischer Sprache verfasst.