Deutsch in der Schule

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NeuesThematik

Die Arbeitsgruppe Deutsch in der Schule interessiert sich für die Sprachkenntnisse von Schulabgängern und Auszubildenden

Sprachliche Leistungen von Schulabgängern

Wie gut beherrschen Schulabgänger noch ihre Sprache, und wie wirkt sich das in der Berufsausbildung aus ?

Die Entwicklung der sprachlichen Leistungen von Schulabgängerinnen und Schulabgängern soll durch eine Erhebung unter ausgewählten (mittelständischen) Ausbildungsbetrieben zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres erfragt und dokumentiert werden. Daraus wollen wir Rückschlüsse darüber gewinnen, inwieweit diese Leistungen sich tatsächlich, wie es immer wieder behauptet wird, deutlich verschlechtert haben, und in welchen Bereichen der Sprachkompetenz besondere Defizite sichtbar werden.

Wir wollen damit verstärkt Öffentlichkeitsarbeit zu einem oft angesprochenen Thema machen und konkrete Forderungen für den Deutschunterricht in den Schulen ableiten. Auch wenn unsere Erhebung nicht unbedingt wissenschaftlich repräsentativ angelegt werden kann, versprechen wir uns davon doch Ergebnisse, die aufgrund der realen Erfahrungen der Ausbildungsbetreuer einen Aussagewert haben.

Interessierte Betriebe, Ausbildungsbetreuer oder Lehrkräfte werden herzlich eingeladen, sich hier über das online Formular einzubringen.

Deutschunterricht und Digitalisierung

Die Entwicklungstendenzen für den künftigen Deutschunterricht waren auch der Leitaspekt, unter dem unsere Recherchen bei der diesjährigen Didacta standen. Uns interessierte, wie sich Schulen, Weiterbildungsträger und Medienanbieter auf die anstehende Digitalisierung des Unterrichts vorbereiten, wie sich die digitalen oder digital gestützten Unterrichtsmaterialien weiterentwickeln, inwieweit angesichts der fortschreitenden Digitalisierung noch Raum für die Entwicklung individueller Sprachkompetenz, d.h. Formulierungs- und Schreibfähigkeit bleibt, und auf welchen Anspruchsniveaus.

Über das Ergebnis wird zu beraten sein. Meinungen und Beobachtungen zum Thema nehmen wir gerne entgegen. Kontakt: claus.maas@vds-ev.de

Bildungssprache Deutsch in der Schule

Im Zusammenhang mit dem Didactabesuch konnten wir einem Gesprächsforum beiwohnen, bei dem unter anderen der Sprachwissenschaftler Roland Kaehlbrandt („Logbuch Deutsch“, erschienen 2016) sowie Staatsminister Prof. Alexander Lorz aus Hessen und die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig auf dem Podium saßen. Prof. Lorz, der in diesem Jahr auch Vorsitzender der Kultusministerkonferenz der Länder ist, berichtete, dass diese als Schwerpunkt ihrer Arbeit 2019 das Thema „Stärkung der Bildungssprache Deutsch“ in der Schule gewählt hat.

Zum Büro von Minister Lortz konnten wir Kontakt herstellen und mit dem verantwortlichen Ressortleiter in einen Austausch treten. Darüber hinaus kamen wir anlässlich der Sprachtage in Halle mit dem Kultusminister von Sachsen-Anhalt Marco Tullner ins Gespräch. Mit seinem persönlichen Referenten stehen wir wegen der KMK-Initiative jetzt ebenfalls in Kontakt. Im Herbst wird die KMK über das Projekt beraten. Als Anregung für deren Beratung haben wir der Komission die „Thesen zur Stärkung der Bildungssprache Deutsch“ zukommen lassen.

Kernlehrplan Deutsch Sekundarstufe I – 2019

Im Rahmen der Verbändebeteiligung wurde der VDS im Frühjahr 2019 aufgefordert, eine Stellungnahme zum neuen Kernlehrplan Deutsch für die Sekundarstufe I (in diesem Fall in NRW) abzugeben.

In unserer Stellungnahme stellten wir Schwachstellen des Lehrplanentwurfs heraus und machten mehrere Verbesserungsvorschläge. Eine unserer Forderungen darin lautete, dass die zentrale Aussage aus dem Kernlehrplan 2007 erhalten bleibt: Deutschunterricht ist Sprachunterricht. Diese war tatsächlich in dem neuen Entwurf nicht mehr enthalten (!). Außerdem sollten nach Ansicht des VDS literarische Texte in den Deutscharbeitsbüchern wieder einen größeren Raum erhalten, die Wortschatzerweiterung stärker akzentuiert und mehr Wert auf den Aspekt der Hoch- oder Bildungssprache gelegt werden.

Kurz vor den Sommerferien wurde nun der überarbeitete Lehrplan veröffentlicht – Fazit aus Sicht des VDS:
Ja, der Satz: „Deutschunterricht ist Sprachunterricht.“ wurde wieder aufgenommen – und ja: die Schülerinnen und Schüler sollen am Ende der Sekundarstufe I „normgerecht sprechen und schreiben können.“ Auch das steht auf Drängen des VDS jetzt wieder im Lehrplan. Die geforderte Stärkung der elementaren Fähigkeiten in Wortschatz und Grammatik fand jedoch wenig Niederschlag – insgesamt blieb es bei weitgehend unkonkreten, schwammigen und wenig verbindlichen Formulierungen zur Beschreibung der Aufgaben des Deutschunterrichts. Es hängt also nach wie vor an den Vorstellungen der Lehrerinnen und Lehrer, dieser Notwendigkeit in der Praxis Rechnung zu tragen – im Interesse ihrer Schülerinnen und Schüler. Deren individuelle Bildungschancen und deren Aussicht auf persönliche und berufliche Entwicklung sollten allen, die die Sprache unterrichten, so viel wert sein, dass sie sich durch pädagogische Allgemeinplätze und didaktische Spruchblasen auch in Lehrplänen nicht vom Wesentlichen ablenken lassen.

Buchpreis für Abiturientinnen und Abiturienten

Zum zweiten Mal hat der VDS in diesem Jahr einen Buchpreis für die beste Abiturientenleistung im Fach Deutsch an interessierte Schulen versandt. Die Aktion war wieder recht erfolgreich. Über 350 Schulen nahmen das Angebot an und beehrten ihre besten Deutschabiturienten mit dem Buch „Edelsteine – Sternstunden deutscher Sprache. Den Geehrten wurde außerdem eine kostenlose Mitgliedschaft im VDS bis zum 27. Lebensjahr angeboten.

Wer sich für die Arbeit der Gruppe interessiert, ist herzlich eingeladen sich zu melden. Die Kontaktadresse lautet: claus.maas@vds-ev.de

Claus Günther Maas

Warum „Deutsch in der Schule“ für uns ein Thema ist

Klagen von Hochschuldozenten, Ausbildungsbetrieben, Behörden und Akademien über mangel-hafte sprachliche Fähigkeiten der Schulabgänger sind inzwischen alltäglich. Zeitungen sind voll mit Leserbriefen und Berichten, in denen die Verrohung und Verflachung der öffentlichen Sprache angeprangert werden. Die Ausbreitung von Anglizismen und eine unangemessene Verwendung von Umgangssprache sowie vielfach fehlerhafter Sprachgebrauch dominieren in den Medien, zugleich fehlt es an Vorbildern, die dem Sprachverfall entgegenwirken.

Eine zentrale Rolle bei Wahrung und Pflege des Sprachgebrauchs kommt dem Deutschunterricht in unseren Schulen zu. Erfahrenere Lehrerinnen und Lehrer wissen aber, dass Richtlinien und Lehrpläne den Aspekten der Sprachrichtigkeit und der Vielfalt des sprachlichen Ausdrucks immer weniger Bedeutung beimessen. Bei Lernstandserhebungen und Bewertungskriterien für schriftliche Arbeiten spielen diese kaum noch eine angemessene Rolle. Seit Jahrzehnten gibt es in den meisten Bundesländern an weiterführenden Schulen keine benoteten Diktate und keine verbindlichen Vorgaben für die Wortschatzerweiterung mehr (die im Fremdsprachenunterricht selbstverständlich sind). Die Ausarbeitung eigener Texte wird durch die aktuellen Aufgabenformate in der Sekundarstufe I immer weniger gefordert, das Nachdenken über angemessene Formulierungen unter den engen Zeitvorgaben für schriftliche Arbeiten massiv erschwert und einer differenzierten Sprachgestaltung zu wenig Beachtung geschenkt.


Was wir als Arbeitsgruppe tun können

Die Arbeitsgruppe „Deutsch in der Schule“ wurde anlässlich der Sprachtage 2018 neu belebt. Sie will die Ursachen der Fehlentwicklung untersuchen und in der Öffentlichkeit auf Abhilfe drängen. Deutschunterricht muss zunehmend auch wieder aktiver Sprachunterricht werden, mit Schwerpunkt auf dem geschriebenen und durchdachten Wort.

Dazu braucht es eine Neubesinnung in der Bildungspolitik, in der Lehrerausbildung und bei den Fortbildungsinstitutionen. Als Arbeitsgruppe wollen wir dazu beitragen, indem wir Erfahrungen und Eindrücke zusammentragen und diese den entsprechenden Akteuren nahebringen. Diese Seite kann dabei als Plattform für Diskussion und Austausch dienen, gerne können auch Vorschläge für Module zum aktiven Sprachunterricht eingereicht und – unter Beachtung der urheberrechtlichen Regelungen – bereitgestellt werden.

Mitstreiterinnen und Mitstreiter aus allen Berufs- und Erfahrungsfeldern sind uns zur Mitarbeit herzlich willkommen – auch Beiträge, die einfach nur dem Erfahrungsaustausch dienen, werden sehr gerne entgegengenommen. (Kontaktaufnahme über die oben angeführte Mailadresse)


Angebote

Der VDS ist ein Interessenverein, der die Erhaltung und Pflege eines guten deutschen Sprachgebrauchs zum Ziel hat. Dieses Ziel sollte uneingeschränkt auch der Deutschunterricht an Schulen verfolgen – nicht im Sinne der Auslese, aber im Sinne einer anspruchsvollen Förderung.

Wie das auch im Rahmen der geltenden Richtlinien und Lehrpläne möglich ist, das wollen wir gerne mit Lehrerinnen und Lehrern aus der Praxis erörtern und gezielt gemeinsame Konzepte erarbeiten.

Dazu bieten wir sowohl einzelnen Kolleginnen oder Kollegen als auch Fachschaften und Fachgruppen Fortbildungsveranstaltungen und Expertengespräche an, stellen auf Wunsch Referenten und übernehmen Beratung und Moderation zu gegenseitiger Hilfestellung unter den Beteiligten.

Folgende Themen können z. B. behandelt werden:

  • Was leistet Deutschunterricht heute – und was sollten Schüler wirklich lernen?
  • Lese – und Sprachförderung als Qualitätsmerkmal an Schulen
  • „So spricht doch kein Mensch“ – zur Unterscheidung von Alltagssprache und Schriftsprache
  • „Leicht-Deutsch oder Denk-Deutsch“ – über angemessenes Sprachniveau in Schule und Beruf
  • Was können Schüler können – und was müssen sie lernen zu lernen? – Kompetenzentwicklung als Tendenz im (deutschen) Sprachunterricht
  • Deutsch – eine soziale Fremdsprache auch für Muttersprachler ?
  • Was heißt eigentlich „sprachliche Leistung“ ? – Bewertung von Darstellungsleistungen und deren Verbesserung