Deutsch in der Schule

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Die neu formierte Arbeitsgruppe „Deutsch in der Schule“ nimmt in diesen Tagen ihre Arbeit auf.

Anlässlich der Bildungsmesse Didacta, die vom 19.-23. Februar stattfindet, wird die Arbeitsgruppe sich in Köln zum ersten Mal treffen und konkret über ihre Aktivitäten und die Angebote nach innen und außen beschließen.

Eine Aktion für das Jahr 2019, die bereits anlässlich der Perspektivtagung im vergangenen November in Paderborn beschlossen wurde, steht bereits fest: eine Erhebung über die sprachlichen Leistungen von Schulabgängerinnen und Schulabgängern, die mit Hilfe (mittelständischer) Ausbildungsbetriebe durchgeführt werden und die deren Erfahrungen dokumentieren soll.

Aufgrund der Ergebnisse dieser Erhebung soll über den VDS verstärkt Öffentlichkeitarbeit zum Thema gemacht und Konsequenzen für den Deutschunterricht in den Schulen abgeleitet werden.

Ein weitergehender Schwerpunkt der Arbeitsgruppe wird darin bestehen zu beobachten und zu untersuchen, wie Schulen, Weiterbildungsträger und Medienanbieter sich auf die anstehende Digitalisierung des Unterrichts vorbereiten. Dabei liegt der Blickwinkel vor allem auf der Frage, welchen Stellenwert die Pflege und die Förderung der elementaren Sprachkompetenz im digitalisierten Deutschunterricht noch haben wird. Dieses Anliegen steht auch im Focus des Didactabesuchs durch die Mitglieder der Arbeitsgruppe am Freitag dem 22.2.

Wer sich für die Arbeit der Gruppe interessiert, ist herzlich eingeladen sich zu melden. Die Kontaktadresse lautet: claus.maas@vds-ev.de

Claus Günther Maas

Warum „Deutsch in der Schule“ für uns ein Thema ist

Klagen von Hochschuldozenten, Ausbildungsbetrieben, Behörden und Akademien über mangel-hafte sprachliche Fähigkeiten der Schulabgänger sind inzwischen alltäglich. Zeitungen sind voll mit Leserbriefen und Berichten, in denen die Verrohung und Verflachung der öffentlichen Sprache angeprangert werden. Die Ausbreitung von Anglizismen und eine unangemessene Verwendung von Umgangssprache sowie vielfach fehlerhafter Sprachgebrauch dominieren in den Medien, zugleich fehlt es an Vorbildern, die dem Sprachverfall entgegenwirken.

Eine zentrale Rolle bei Wahrung und Pflege des Sprachgebrauchs kommt dem Deutschunterricht in unseren Schulen zu. Erfahrenere Lehrerinnen und Lehrer wissen aber, dass Bildungsstandards und Richtlinien den Aspekten der Sprachrichtigkeit und der Vielfalt des sprachlichen Ausdrucks immer weniger Bedeutung beimessen. Bei Lernstandserhebungen und Bewertungskriterien für schriftliche Arbeiten spielen diese kaum noch eine angemessene Rolle. Seit Jahrzehnten gibt es in den meisten Bundesländern an weiterführenden Schulen keine benoteten Diktate und keine verbindlichen Vorgaben für die Wortschatzerweiterung mehr (die im Fremdsprachenunterricht selbstverständlich sind). Die Ausarbeitung eigener Texte wird durch die aktuellen Aufgabenformate in der Sekundarstufe I immer weniger gefordert, das Nachdenken über angemessene Formulierungen unter den engen Zeitvorgaben für schriftliche Arbeiten massiv erschwert und einer differenzierten Sprachgestaltung zu wenig Beachtung geschenkt.

Was wir als Arbeitsgruppe tun können

Die Arbeitsgruppe „Deutsch in der Schule“ wurde anlässlich der Sprachtage 2018 neu belebt. Sie will die Ursachen der Fehlentwicklung untersuchen und in der Öffentlichkeit auf Abhilfe drängen. Deutschunterricht muss zunehmend auch wieder aktiver Sprachunterricht werden, mit Schwerpunkt auf dem geschriebenen und durchdachten Wort.

Dazu braucht es eine Neubesinnung in der Bildungspolitik, in der Lehrerausbildung und bei den Fortbildungsinstitutionen. Als Arbeitsgruppe wollen wir dazu beitragen, indem wir Erfahrungen und Eindrücke zusammentragen und diese den entsprechenden Akteuren nahebringen. Diese Seite kann dabei als Plattform für Diskussion und Austausch dienen, gerne können auch Vorschläge für Module zum aktiven Sprachunterricht eingereicht und – unter Beachtung der urheberrechtlichen Regelungen –bereitgestellt werden.

Mitstreiterinnen und Mitstreiter aus allen Berufs- und Erfahrungsfeldern sind uns zur Mitarbeit herzlich willkommen – auch Beiträge, die einfach nur dem Erfahrungsaustausch dienen, werden sehr gerne entgegengenommen. (Kontaktaufnahme über die oben angeführte Mailadresse)

VDS-Preis „Gutes Deutsch in der Schule“

Der VDS-Preis „Gutes Deutsch in der Schule“ wird verliehen für herausragende Leistungen im Schulfach Deutsch und für vorbildliche Projekte im Deutschunterricht. Sein Ziel ist es, das Interesse an der Beschäftigung mit den Themen Sprache, Literatur und Sprachentwicklung in Deutschland auch nach der Schulzeit zu steigern und die Bedeutung des Schulfaches Deutsch zu erhalten.

Jede Schule in Deutschland kann jährlich einen einzelnen Schüler, eine Schülergruppe oder ein Projekt im Fach Deutsch aus dem vergangenen Schuljahr für den VDS-Schulpreis nominieren. Ein begründeter Vorschlag ist jeweils zum Ende eines Schuljahres in der Geschäftsstelle des VDS einzureichen. Der Preis kann für besondere Leistungen im Fach Deutsch oder für besonderes Engagement für die deutsche Sprache und Literatur verliehen werden. Das Verfassen einer gesonderten Arbeit ist nicht notwendig.

Der Preis wird von den Direktionen im Einvernehmen mit den Fachlehrern vergeben. Die Nominierungen werden durch eine VDS-Arbeitsgruppe geprüft. Nach der Zustimmung der Arbeitsgruppe wird der Preis durch die jeweilige VDS-Regionalgruppe verliehen. Dazu ist ein Termin mit den Beteiligten (Lehrkräfte, Schüler, VDS-Vertreter) abzustimmen.

Der Preis besteht aus einem Buchgeschenk, der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Sprachnachrichten“ und aus einer kostenfreien Mitgliedschaft der Preisträger im Verein Deutsche Sprache e.V. Die Preisträger erhalten zudem eine Urkunde.

Preisverleihung am Mons-Tabor-Gymnasium in Montabaur 2016

Verweise

  • Denglisch im Unterricht (VDS-Arbeitsgruppe Denglisch)
  • VDS-Pressemitteilung: Für besseren Deutschunterricht
    In dem Positionspapier haben die Humboldt-Gesellschaft für Wissenschaft, Kunst und Bildung e.V. und der Verein Deutsche Sprache e.V. die Bedeutung der deutschen Sprache bei der Schaffung eines kulturellen Selbstbildes und beim Zusammenhalt der Gesellschaft herausgestellt. Die Verfasser stellen die einseitige Ausrichtung auf das Englische an vielen Schulen, Universitäten und in vielen Unternehmen in Frage.