AG Gendersprache


Offener Brief zum Hamburger Koalitionsvertrag


Sollen die Öffentlich-Rechtlichen gendergerecht sprechen? — Offener Brief an Karin Fischer

Nein, sehr geehrte Frau Fischer, das sollen sie ganz sicher nicht! Ihre Frage ist rhetorisch, genauer gesagt scheinheilig, denn im DLF wird ja schon überwiegend gegendert. Sicher werden Sie uns bald als Ergebnis Ihrer Scheinermittlung-von-Volkes-Meinung mitteilen, daß Sie Ihren Bildungsauftrag und die Informationspflicht des Senders noch ernster nehmen und Ihre Gender-Anstrengungen weiter intensivieren müssen. Denn es gibt ja unter den „ normalen“ Bürgern noch zu viele, die sich durch Sprechen und Schreiben wie ihnen der Schnabel gewachsen ist als ungeeignet erweisen für politische Bevormundung aller Art. Zu viele Störenfriede, die es entgegen dem polarisierenden Identitäts- und Opferentschädigunsgesabbel für wichtiger halten, mit allgemein menschlichen Aussagen gesamtgesellschaftliche Probleme anzusprechen, anstatt bei jeder Gelegenheit alle seit tausenden von Jahren unterdrückten Bevölkerungsgruppen und ihre intersektionale Schädigungsart ausdrücklich zu erwähnen. 

Ein Moderator sollte neutral sein. Ihre Moderation ließ allerdings nicht den leisesten Zweifel daran, daß Sie wie Anatol Stefanowitsch das Standardhochdeutsch für unterdrückerisch und deshalb gefährlich halten, und daß Sie von dem weiblichen Gast, der es verteidigte, befremdet waren. Indem Sie sich mit dem Gefälligkeitswissenschaftler verbrüderten (der vor der Sendung wohl Kreide gegessen hatte), vermittelten Sie den Eindruck, als wäre Gendersprache gesellschaftlicher Konsens und Judith Sevinç Basad ein pickeliger Außenseiter. Falls Sie es noch nicht wußten: Korrektes Deutsch hat mehr Befürworter als das Genderneusprech, aber leider keine so große Lobby wie die genderpolitische Meinungselite, zu der Sie als Medienmacher gehören. Aber es tut nicht mal was zur Sache, daß die Mehrheit der Deutschen gendern für unsinnig hält. Sprachgebrauch ist keine Sache von Mehrheiten! 

Die breite Masse der Bevölkerung ist selbst nach einem viertel Jahrhundert zunehmend aggressiverer Genderindoktrinierung seitens Politik und Medien immer noch relativ arglos. Sie greifen also mit der Genderei keineswegs einen Trend des Sprachwandels auf, wie Genderlobby gern behauptet. Fakt ist, dass Gender-Mainstreaming seit dem Kabinettsbeschluss von 1995 ein politisch beschlossenes, inzwischen milliardenschweres, Programm ist, von dem sich eine stetig wachsende Bildungsindustrie ernährt. Gendersprache ist nicht (von unten) gewachsen, sondern wird uns von oben eingebläut. Da machen sich z.Zt. ein paar besonders impertinente Genderfunktionäre nützlich, indem sie die mediale Verabreichung des Genderneusprechs weiter eskalieren: Anstatt der bisherigen Doppelnennung der Geschlechter, oder neutralisierenden Verlaufsformen wie “Studierende“ oder “Zufußgehende”, probiert man nun, wieviel mehr Aufmerksamkeit zu erzielen ist, wenn man als generische Form ausschließlich weibliche Formen gebraucht, nach dem hämischen impliziten Motto: die Männer dürfen sich gern “mitgemeint” fühlen. Das Genderkrönchen ist der glottale Stop, wie Sie ihn ja auch im DLF zu Gehör bringen. Er macht aber nicht die Gender-Lücke hörbar, sondern u.a. eine unfaßbare Wissenslücke der Genderlobbyisten und ihrer Mitläufer. 

Die Unkenntnis (oder Leugnung?) der menschlichen (Reproduktions-)biologie unter Genderverfechtern ist erstaunlich: „Geschlechtergerechte“ Sprache fußt auf der Behauptung von der Geschlechtervielfalt. Die biologische Tatsache, daß Menschen sich durch Geschlechtsverkehr vermehren, und nicht durch die Neutralisierung der beiden reproduktionsfähigen Geschlechter Mann und Frau, gehört allerdings ebenso zum Allgemeinwissen wie die Tatsache, daß die Welt nicht scheiben-, sondern kugelförmig ist. Es heißt, die deutsche Sprache sei männerzentriert, wodurch sie Frauen unsichtbar mache, und es würden auch noch die bösen Geschlechterstereotypen immer wieder aufs Neue in den Köpfen angeschaltet, wenn man Wörter wie Ärzte, Piloten, Gärtner, Händler, Teilnehmer, Bürger usw. nennt. Bei der sogenannten inklusiven Sprache ist leider auch die Dummheit und Arroganz inklusive, mit der Menschen grundsätzlich zu wehrlosen Opfern des Lebens stilisiert werden und ihnen zugleich das eigene Erfahrungslernen im Kontext ihrer aktuellen sozialen Wirklichkeit abgesprochen wird. Falls Sie es noch nicht wußten: Das menschliche Gehirn ist plastisch! Wir lernen ein Leben lang! Ist das nicht herrlich? Wie dämlich ist da die Mär von den Geschlechtsstereotypen, die wir angeblich sofort im Kopf haben, wenn wir das generische Maskulinum hören. 

Die breite Masse weiß leider noch nicht, in welchem Ausmaß sich die ideologische Genderverblendung schon strukturell niedergeschlagen hat. Sie weiß nicht, daß in politischen Gremien, Universitäten, Bildungseinrichtungen und Unternehmen Begriffe wie „Mann” und „Frau” oder „jemand” politisch unliebsam geworden sind und (nach amerikanischem Vorbild) durch geschlechtsneutrale Begriffe wie „Person” ersetzt, oder daß „Mutter” und „Vater” durch Nichtworte wie “Elter 1 und 2” ausgetauscht wurden. Die Bevölkerung weiß nicht, daß Anträge für Forschungsgelder, studentische Abschlußarbeiten usw. nur noch in gegenderter Form zugelassen werden, es sei denn, man wehrt sich ausdrücklich gegen die Gender-Nötigung oder nimmt sogar in Kauf, seine Rechte notfalls einzuklagen wie 2015 der Student Sebastian Zidek. Die wenigsten wissen, daß die Freiwilligkeit, auf die sich Genderlobbyisten gern herausreden, nur vorgetäuscht ist. Als Autor eines Fachartikels habe ich unlängst selbst erlebt, daß man mich unter Androhung von Nichtveröffentlichung meines Textes zum gendern zwingen wollte. Tröstlich und zugleich bitter ist da das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichts: Das sogenannte generische Maskulinum erfaßt “nach dem allgemeinen Sprachgebrauch und Sprachverständnis Personen jeden natürlichen Geschlechts“. Was läuft falsch in diesem Land, daß unser höchstes Verfassungsorgan eine solche Selbstverständlichkeit feststellen muß?

Um auf die Frage Ihrer Sendung zurückzukommen: Journalisten und Redakteure sollten Ihre Arbeitsverträge resp. Sendezeit in öffentlich rechtlichen Medien nicht für die Vermittlung von Ideologien mißbrauchen, um auch noch für den letzten Mediennutzer hörbar zu machen, was uns in der Schriftsprache schon lange wahlweise mit Sternchen, Unterstrich oder Binnen-I beigekloppt werden soll. Hören Sie auf, Sprache für politische Zwecke zu instrumentalisieren, hören Sie auf, den sozialen Anpassungsdruck in Richtung politischer Korrektheit weiter zu erhöhen. Hören Sie auf, Gender-Gegner zu verleumden, indem Sie sie als rechts(radikal), antifeministisch, homophob, rassistisch, antisozial, antidemokratisch, fremdenfeindlich, deutschtümelnd, oder ewig gestrige Fortschrittsverweigerer inszenieren, für die der Beifall immer “von der falschen Seite“ kommt.

Sprechen ist Denken. Sprachlenkung ist Gehirnwäsche. Ihr täglich verabreichter Mediencocktail ist ungenießbar. Sie werden mit Ihrem totalitären Herumgefuchtel in den Köpfen der Bürger früher oder später scheitern, denn „sie bewegt sich doch!“, auch wenn Galileo das nie gesagt hat. Ich bin sicher nicht die Einzige, die die Öffentlich-Rechtlichen erschrocken und angewidert abschaltet, denn das instinktlose Gendersprech kann ich nicht länger ertragen. 

Es grämt mich außerordentlich, daß ich meine einstigen Lieblingssender (DLF/DLF Kultur) nicht mehr leiden kann, denn ihre Themenvielfalt schätze ich nach wie vor sehr und werde sie vermissen. Aber was nicht mehr ist, kann ja wieder werden.

Mit traurigen herzlichen Grüßen,
Sabine Mertens

Verweis auf die Sendung: deutschlandfunk.de.


So stimmten die Teilnehmer auf facebook ab, nach dem Gender-Schlagabtausch im mdr TV zwischen der Leiterin der AG Gendersprache, Sabine Mertens, und dem Gleichstellungsbeauftragten der Universität Leipzig, Georg Teichert. (facebook.com)

Hört auf zu gendern!

Wofür sich die AG Gendersprache im VDS e. V. einsetzt

Liebe Bürgerinnen und Bürger, Studierende, Christinnen und Christen, Zu Fuß Gehende, ProfessXe…,

“Abteilungsleiterinnen m/w/d”, “Jurist_in” bzw. “eine gut ausgebildeter Juristin gesucht”… So sehen nach dem Willen der Genderlobby gendergerechte Stellenanzeigen aus. Wir möchten derlei Sprachnebel nicht mehr lesen müssen!

In der Politik ist Gender-Mainstreaming seit 1999 beschlossene Sache. Diese Tatsache müssen wir zwar anerkennen, nehmen sie aber nicht länger hin. Am 23. Juni 1999 wurde per Kabinettsbeschluss “das Leitprinzip der Geschlechtergerechtigkeit als durchgängiges Prinzip anerkannt und bestimmt, dass zur Umsetzung dieser Aufgabe die Gender Mainstreaming-Strategie einzuführen ist”. Quelle: bundestag.de.

Gutes Recht — falscher Weg

Die “Mütter des Grundgesetzes” verankerten 1948 die Gleichheit aller Menschen in § 3.1: “Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.” Absatz 2 besagt: “Männer und Frauen sind gleichberechtigt.” Solch schlichte und klare Sprache möchten
wir pflegen und fördern. Deshalb fordern wir: Schluss mit Gender-Mainstreaming, seinen sprachpädagogischen Übergriffen von oben, genderfokussierten Bildungs- und Erziehungsprogrammen, Gleichstellungs- bzw. Quotenpolitik und Gender-Budgeting. Gender-Mainstreaming ist sozialer Sprengstoff geworden, weil es laufend neue Absurditäten und Ungerechtigkeiten hervorbringt. Einmal geschaffene Fakten rückgängig zu machen ist schwierig. Wir appellieren an unsere politische Führung, die Widersprüche und Gegensätze unserer Zeit zusammenzuführen, anstatt sie durch Laufenlassen weiter zu eskalieren.

Sprache darf kein Spielball politischer Interessen werden

Verfechter der „geschlechtergerechten Sprache“ sitzen nach über zwanzig Jahren GM fest etabliert und breit gestreut in (Regierungs-)Institutionen, von wo aus sie versuchen, gendersprachliche Regelungen gegen den wachsenden Unmut der Bürger durchzusetzen. Insbesondere ist die von oben verordnete Sprachdoktrin medial massiv vorangetrieben worden. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass Binnen-I, Genderstern, Unterstrich, Verlaufsformen und permanente Wiederholung von Geschlechtszuweisungen resp. sexuellen Orientierungen inhaltlich und grammatisch falsch sind und unsere Sprache grotesk machen.

Bündelung der Kräfte — die Genderwende ist da

Klarheit in der Sprache und sozialer Friede gehen vor! Das allgemein Menschliche muss gegenüber Partikularinteressen wieder im Vordergrund stehen dürfen. So gestärkt kann unsere Gesellschaft den größeren Herausforderungen unserer Zeit begegnen. Die AG Gendersprache im VDS e. V. hat sich eine umfassende Aufklärungskampagne zur Aufgabe gemacht: Gender-Mainstreaming ist der falsche Weg zu mehr Gerechtigkeit. Auf Grund der Vielzahl negativer Effekte muss es sofort beendet werden.

  • Gerechtigkeit bedeutet nicht Ergebnisgleichheit. Sie bedeutet Gleiches gleich und Ungleiches ungleich zu
    behandeln, bei strikter Rechtsgleichheit vor dem Gesetz
  • Geschlechtsunterschiede sind biologisch bzw. evolutionär begründet und müssen anerkannt, nicht ausgemerzt werden
  • Menschenrechte und Grundrechte sollen Maßstab zur Abwägung von Partikularinteressen sein
  • Die Regierung soll (nach dem Vorbild Frankreichs und Norwegens) das Gender-Mainstreaming-Programm beenden
  • Die verbreitete Praxis, Studenten und Schüler unter Androhung von schlechterer Benotung zum Gendern zu zwingen, muss sofort aufhören
  • Verwaltungen, Universitäten und Schulen sollen Gendersprachregelungen zurücknehmen und Lehrpläne sowie alle öffentlich finanzierten Leitfäden in korrektem Deutsch verfassen
  • Die Verleumdung von Gender-Gegnern als rechtsradikal, antifeministisch, homophob, rassistisch, antisozial, antidemokratisch, fremdenfeindlich und ewig gestrig muss aufhören
  • Der Bund soll mit den wertvollen Ressourcen, die dem Gender-Mainstreaming zufließen, die Zivilgesellschaft
    stärken und in gemeinschaftsstiftende Projekte investieren

Wir fordern alle Mitbürger auf, aktiv gegen den Gender-Neusprech zu protestieren und entsprechende Richtlinien, Verordnungen und Vorschriften scharf zurückzuweisen

Dabei unterstützen wir Sie gern. Wir erarbeiten laufend Handreichungen zum Thema und stehen für Vorträge und Diskussionsrunden zur Verfügung. In unserem Manifest, das Sie gesondert anfordern können, finden Sie unsere Positionen ausführlich dargelegt. Bitte richten Sie Ihre (Presse-)Anfragen an

AG Gendersprache im VDS e. V.
Sabine Mertens, Leiterin
Lucie Eschricht, stellvertr. Leiterin
Hans Kaufmann
Heino Jückstock
Wolfgang Hildebrandt


Diese Argumentationshilfen können Sie anfordern:

  • Gendermanifest
  • Genderfaktenblatt
  • Genderchronologie
  • Gendern: Pro und Contra

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