Wortbildung in öffentlicher Verantwortung

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Der Vorstand hat am 13. Juni 2010 in Landshut eine Arbeitsgruppe Wortentwicklung in öffentlicher Verantwortung eingesetzt. Sie soll Ideen dafür erarbeiten, wie die Sprachgemeinschaft dazu bewegt werden kann, dass öffentliche Stellen (z.B. Behörden und Ministerien) dazu gebracht werden, sich mehr mit der Terminologieentwicklung befassen. Die Delegiertenversammlung hat dazu am 12. Juni 2010 die von einer Arbeitsgruppe aufgestellten Leitsätze gebilligt:

Leitsätze des VDS zur Wortentwicklung in öffentlicher Verantwortung

1. Die deutsche Sprache ist wie Luft, Wasser, Boden, Volksgesundheit, Volksbildung, kulturelles Erbe und Finanzmittel eine bedeutsame Ressource unseres Landes.

2. In einer sich rasch verändernden Welt benötigt die deutsche Sprache ständig neue Wörter, wenn sie als große Kultursprache ihren Rang wahren soll.

3. Die massenhafte, unreflektierte Übernahme von Angloamerikanismen schädigt unsere Sprache und unser Land. Die deutsche Sprache kann auf diese Weise anspruchsvolle Aufgaben nicht mehr erfüllen, denn Kommunikation, Kreativität und persönliche wie kollektive Identität leiden unter der einseitigen Entwicklung ebenso wie die Ästhetik der Sprache.

4. Die Bildung von Neuwörtern ist als öffentliche Aufgabe zu betrachten und kann nicht wie in einer unregulierten Marktwirtschaft sprachmächtigen Interessengruppen überlassen bleiben.

5. Die Delegiertenversammlung von Landshut am 12. Juni 2010 wünscht, dass sich der Verein für eine Wortbildung in öffentlicher Verantwortung engagiert.

Aktionen:

  • 2007, Festschrift 10 Jahre VDS, Beitrag Kurt Gawlitta, Das Wörtermachen nimmt den Deutschen keiner ab;
  • 2010 (Nr. 45), Artikel Sprachnachrichten, Kurt Gawlitta, Benennen wir die Zukunft selbst; Nachdruck in Aufgabensammlung für das Abitur in NW;
  • 23. – 24. April 2010, Graz, Referat auf dem Symposium der Interessengemeinschaft Muttersprache „Sprachpolitik und Sprachkultur in Europa“, Kurt Gawlitta: Das Wörtermachen nimmt den Deutschen keiner ab!
  • 13.06.2010, DV Landshut: Vorstand setzt nach Bericht K.G. und Diskussion in DV Arbeitsgruppe zum Thema „Wortbildung in öffentlicher Verantwortung“ ein;

Gründungs-Mitglieder:

Aurand, Ralph, Köln
Gawlitta, Kurt, Dr., Berlin (Leiter der AG)
Kaufmann, Hans, Dr., Hamburg
Lietz, Hans Jürgen, Hannover
Roemer, Peter, Mannheim
Wirth, Michael, Karlsruhe;

  • 2013, Bozen, Internationale Tagung der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer, Kurt Gawlitta, Neuwörter als Reflex von Sprachmacht oder: die Kreolisierung der deutschen Sprache; Vgl. Quelle: IDT 2013, Konferenzbeiträge, Band 4, Heterogenität in Lernsituationen, S. 439 ff.
  • 2017: Besuch beim Deutschen Institut für Normung (DIN), Vorstellung und Initiative zur Zusammenarbeit;
  • 2017, Bericht in den Sprachnachrichten über Thema und Besuch;
  • seit 2010 bis heute Versuche, eine öffentlich bekannte Persönlichkeit zu gewinnen, um das Thema in eine breitere Öffentlichkeit zu tragen, sämtlich ergebnislos, so insbesondere gegenüber N.N. u.a.;
  • 2019 Dezember, Wiener Sprachblätter, Kurt Gawlitta, Wo kommen denn die Wörter her?
  • 2019, 2. (schriftlicher) Vorstoß gegenüber dem DIN, Bereich Terminologie, Anette Preissner, stieß nicht auf Interesse;
  • 2019, Dez.; schriftlicher Vorstoß gegenüber 2019 neu gegründeter Kulturministerkonferenz wegen Vorstellung VDS und Suche nach öffentlichem Träger zur Organisation einer systematischen Wortbildung für die deutsche Sprache nach französischem Muster; Reaktion ablehnend

Dokumente

  • Kurt Gawlitta: „Wo kommen denn die Wörter her?“ erschienen in Wiener Sprachblätter, Nr. 4/2019, S. 32 (pdf).
  • Kurt Gawlitta: „Das Wörtermachen nimmt den Deutschen keiner ab!“ in  „Eine Stimme für unsere Sprache – 10 Jahre Verein Deutsche Sprache“, Hg. Walter Krämer, S. 81 ff. (pdf).
  • Kurt Gawlitta: „Das Wörtermachen nimmt den Deutschen keiner ab!“, Referat auf dem Symposium der Interessengemeinschaft Muttersprache „Sprachpolitik und Sprachkultur in Europa“. Graz, 23.–24. April 2010 (pdf).
  • Kurt Gawlitta: „Das Wörtermachen nimmt den Deutschen keiner ab!“, Begleitmaterial zum Referat auf dem Symposium der Interessengemeinschaft Muttersprache „Sprachpolitik und Sprachkultur in Europa“. Graz, 23.–24. April 2010 (pdf).